Ratgeber

Heizungswissen vom Fachmann!

Wann muss ich die Heizkörper entlüften? Wo liegt die optimale Temperatur für Schlafzimmer? Warum sollten auch funktionierende Heizungen irgendwann ersetzt werden? Als Experten für moderne Heizungstechnik geben wir Ihnen hier Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Ihre Heizung. Profitieren Sie von unseren nützlichen Tipps für ein warmes Zuhause.

Ein hydraulischer Abgleich ist immer dann erforderlich, wenn Räume trotz gleicher Temperatureinstellung unterschiedlich warm werden. Erst recht, wenn einige ganz kalt bleiben, während andere zu warm werden. Auch nach dem Austausch einzelner Heizungskomponenten oder der energetischen Sanierung des Hauses empfehlen wir einen Abgleich, da sich durch diese Maßnahmen der Energiebedarf häufig ändert. Ein hydraulischer Abgleich sorgt hier für eine optimale Wärmeverteilung.

Ein erneuter Abgleich ist nur dann erforderlich, wenn sich der Energiebedarf Ihres Hauses verändert haben könnte, also beispielsweise nach einer Sanierung oder Modernisierung.

Bei einer Heizungswartung prüfen wir, ob die Anlage auch korrekt läuft und beheben dabei eventuelle Fehler und Mängel auch gleich. Dagegen empfehlen wir den Heizungs-Check immer dann, wenn es darum geht, die gesamte Heizungsanlage zu optimieren und Einsparpotenziale voll auszuschöpfen. Im Fokus steht dabei immer die energetischen Gesamtbeurteilung der Heizung.

Für die Heizungswartung bestehen keine gesetzlichen Fristen oder Vorschriften, allerdings hat sich in der Praxis die jährliche Kontrolle, also eine ein Zyklus von circa zwölf Monaten durchgesetzt. Wichtig ist, dass Sie Ihre Heizung regelmäßig fachmännisch kontrollieren lassen.

Zur Entlüftung stellen Sie zunächst die Umwälzpumpe ab und drehen das Thermostatventil komplett auf. Anschließend warten Sie eine Stunde, damit sich die Luft im System sammelt. Mit einem Entlüftungsschlüssel öffnen Sie dann das Entlüftungsventil durch eine Viertel- bis Halbdrehung im Uhrzeigersinn bis Sie das Zischen der ausweichenden Luft hören. Sobald das Geräusch vorbei, können Sie das Ventil wieder fest zudrehen. Jetzt stellen Sie die Heizungspumpe wieder an und überprüfen dabei sicherheitshalber noch den Wasserdruck in der Anlage.

Führen Sie eine Entlüftung nur dann durch, wenn die Heizung auch Probleme verursacht. Grundlos muss die Heizung nicht entlüftet werden – der Aufwand wäre nicht nur überflüssig, sondern kann im schlimmsten Fall sogar einen Abfall des Heizwasserdrucks zur Folge haben. Wenn Sie allerdings immer wieder entlüften müssen, sollten Sie sich an einen Fachbetrieb wenden.

Grundsätzlich müssen Sie nicht bei jedem Geräusch etwas unternehmen, denn in einem bestimmten Rahmen dürfen Heizungen auch mal zu hören sein, wie beispielsweise die Fließgeräusche nach der langen Sommerpause.

Pfeift, gluckert oder piept es allerdings in der Heizung, liegt das in der Regel an Luft im System, einem zu niedrigen Wasserdruck oder die Umwälzpumpe ist zu hoch eingestellt. In diesem Fall entlüften Sie die Heizung wie oben beschrieben, kontrollieren den Druck und füllen gegebenenfalls etwas Wasser nach oder stellen bei der Pumpe eine niedrigere Drehzahl ein.

Bei einem Klopfen oder Knacken wenden Sie sich bitte an den Fachmann, denn dies kann auf ein falsch eingestelltes Überströmventil zurückgehen und nur von Experten behoben werden. Das gilt auch, wenn Ihre Heizung brummt, was häufig auf Lagerschäden an der Heizungspumpe oder sogar einen defekten Brenner hinweist.

Den Wasserdruck können Sie am sogenannten Manometer ablesen. Fachleute empfehlen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus einen Wasserdruck etwa zwischen einem und zwei bar.

    

Thema Raumklima

Nein, wir empfehlen unbedingt das sogenannte Stoßlüften, bei dem Sie mehrmals am Tag jeweils für einige Minuten das Fenster komplett öffnen. Im Idealfall sind das zwei gegenüberliegende Fenster, so dass die gesamte Luft einmal ausgetauscht wird. Lassen Sie dagegen das Fenster den ganzen Tag über gekippt, kühlen die Räume zu stark aus und auch die Gefahr der Schimmelbildung am Fenster steigt. Im Sommer wiederum lassen Sie so die warme Luft von draußen herein.

An Wintertagen, an denen Sie zu Hause sind, sollten Sie drei- bis fünfmal für ca. 5 Minuten stoßlüften wie oben beschrieben. Wer tagsüber unterwegs ist, kann morgens und abends die Fenster für jeweils bis zu 10 Minuten öffnen, um eine ausreichende Lüftung sicherzustellen. Ideal ist es, wenn Sie nicht nur stoß-, sondern auch querlüften. Aus Energiespargründen ist es zudem angezeigt, die Heizung vor dem Stoßlüften runterzudrehen.

Die wichtigste Regel für heiße Sommertage lautete, die Fenster tagsüber geschlossen zu halten und nur in den kühleren Morgen- und Abendstunden durchzulüften. Wichtig dabei ist, die Räume mit Jalousien oder Roll- oder Fensterläden zu verdunkeln, damit die Sonne nicht reinscheinen kann. Besonders groß ist der Effekt, wenn die Verschattung von außen erfolgt, so wie es in südlichen Ländern ja auch überall praktiziert wird. Außerdem sollten Sie daruf achten, dass nicht benötigte Elektrogeräte vollständig ausgeschaltet sind, denn gerade Fernseher, Laptop und Co. produzieren Wärme.

Auch wenn jeder Mensch seine ganz eigene Wohlfühltemperatur hat, gibt es Richtwerte, an denen Sie sich orientieren können:

  • 20 bis 22 °C im Wohnzimmer
  • 16 bis 18 °C im Schlafzimmer
  • 18 °C in Flur und Küche
  • 22 °C im Kinderzimmer
  • 23 bis 24 °C im Bad 

Die Skala auf dem Thermostat gibt die Temperatur wieder und ermöglich Ihnen die genaue Einstellung der jeweiligen Heizkörper:

  • 1 = 12 °C
  • 2 = 16 °C
  • 3 = 20 °C
  • 4 = 24 °C
  • 5 = 28 °C
    

Thema Heizungseinstellung

Auch wenn jedes Grad weniger sich auf die Heizkosten auswirken kann, sollten Sie einige Aspekte dabei berücksichtigen. Denn um komplett ausgekühlte Räume wieder warm zu bekommen, ist ein hoher Energieeinsatz erforderlich. Auch die Schimmelgefahr steigt, wenn Räume konstant unterkühlt sind. Daher sollten Sie sich an die Grundregel halten, dass die Raumtemperatur auch in Abwesenheit nicht unter 15 °C liegt. Sollten länger niemand zu Hause sein darf die Temperatur auch noch leicht darunter liegen. Vor allem Mieter müssen darauf achten in diesen Fällen die Frostschutzstellung zu aktivieren, damit es in kalten Winterzeiten nicht zu Schäden kommt.

Damit Ihr Haus nicht völlig auskühlt oder sogar Leitungen zufrieren, muss eine gewisse Grundtemperatur immer gewährleistet sein. Diese Untergrenze stellen Sie an der an der Regelungstechnik Ihrer Anlage selbst ein. Dabei ist die konkret erforderliche Temperaturen abhängig vom Sanierungs- und Dämmzustand Ihrer Zuhauses. Sollten Sie im Sommer wegfahren, achten Sie darauf, den Warmwasserspeicher nur dann vollkommen auszuschalten, wenn Sie wirklich mehrere Wochen unterwegs sind.

Das ist eine Frage, die sich nicht eindeutig beantworten lässt. Auch wenn durch die Absenkung nachts weniger Energie verbraucht wird, führt sie auch dazu, dass morgens mehr Energie benötigt wird, um das Heizniveau wieder zu erreichen. In der Bilanz führt die Nachabsenkung also nicht zwangsläufig zu einer Kostenreduzierung. Zudem reduziert sich das Einsparpotenzial entsprechend der Gebäudemasse und dem energetischen Zustand.

Die Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung sollte grundsätzlich nicht über 55 °C liegen. Da die Oberflächentemperatur des Bodens entscheidend für ein gutes Gefühl an den Füßen ist, sollte nicht mehr als neun °C über der Raumtemperatur liegen. Außerdem spielen die Faktoren Heizlastberechnung und Heizwasser-Übertemperatur für die Bestimmung der Vorlauftemperatur eine wichtige Rolle.

Es ist besser, die Anlage nicht komplett auszustellen, sondern sie im sogenannten Sommerbetrieb laufen zu lassen. Hier kann auch eine Untergrenze für die Außentemperatur festgelegt werden, bei der die Heizung automatisch anspringt. Da zudem häufig auch die Warmwasserbereitung über die Heizungsanlage läuft, kann sie ohnehin nicht komplett abgeschaltet werden.

Hier sind die Neigung und das Niveau der Heizkennlinie die wichtigsten Faktoren. Dabei gibt die Neigung an, wie stark sich die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit der Außentemperatur verändert. Über das Einstellen des Niveaus können Sie die Vorlauftemperatur gleichmäßig senken oder heben. In der Praxis bedeutet das

  • bei zu niedriger Raumtemperatur sollten Sie das Niveau erhöhen und die Heizkennlinie senkrecht nach oben verschieben,
  • bei zu hoher Raumtemperatur verringern Sie das Niveau verringern und verschieben die Heizkennlinie senkrecht nach unten.

Bei der Heizkennlinie oder auch Heizkurve handelt es sich um eine mathematische Formel, mit der die Wärmeabgabe der Heizung in Abhängigkeit der Außentemperatur berechnet werden kann.

    

Thema Modernisierung

Wenn immer mehr und immer kostspieligere Reparaturen anfallen, ist das meist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Heizungsanlage in die Jahre gekommen ist. Auch steigende Heizkosten trotz unverändertem Heizverhalten und stabilen Energiepreisen deuten auf schwerwiegende Altersprobleme Ihrer Heizung hin. Akuter Handlungsbedarf besteht auch, wenn das Warmwasser oder auch die Heizkörper selbst nicht mehr richtig warm werden können. Auch das Anschaffungsdatum der Heizung ist aussagekräftig, denn im Normalfall sollte ein Heizkessel nach einer Laufzeit von 15 bis 20 Jahren in den Ruhestand geschickt werden. Für Konstant-Temperaturkessel, die über 30 Jahre alt sind, besteht zudem eine gesetzliche Austauschpflicht.

Insgesamt stellen die breit gefächerten Fördermöglichkeiten ein sehr komplexes Thema dar, das immer individuell betrachtet werden muss. Mehr Informationen finden Sie auf dieser Webseite unter dem Stichpunkt „Finanzierung“. Grundsätzlich bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite und Investitionszuschüsse. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert eine Heizungsoptimierung mit Nutzung erneuerbarer Energien unter bestimmten Bedingungen.

Auch wenn die Heizung nach so langer Zeit noch funktioniert, ist sie dennoch wesentlich störanfälliger und vor allem verbraucht sie im Vergleich zu modernen Anlagen mehr Energie. Die Modernisierung gibt Ihnen also nicht nur Sicherheit in puncto Zuverlässigkeit, sondern reduziert auch Ihre Heizkosten und den Brennstoffbedarf zu reduzieren, was wiederum auch der Umwelt zugute kommt.

Gesetzliche Vorgaben gibt es nur für Konstant-Temperaturkesseln, die älter als 30 Jahre sind. Diese müssen ausgetauscht werden. Ausnahmen davon gibt es nur für Hausbesitzer, die bereits vor dem 01. Februar 2002 im eigenen Ein- oder Zweifamilienhaus gewohnt haben, sowie für Anlagen in Mehrfamilienhäusern mit einer Nennleistung von mehr als 400 Kilowatt oder weniger als vier Kilowatt. Auch Niedertemperatur- und Brennwertkessel müssen nicht modernisiert werden.